Gymnasium
Bruchhausen-Vilsen

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Der Pluspunkt in jeder Bewerbung

Fleiß als Türöffner

Bruchhausen-Vilsen. Zwei Schülerinnen der zehnten Klassen des Gymnasiums in Bruchhausen-Vilsen, die 15-jährige Chiara Brandt und die 16-jährige Franziska Soller, freuen sich über eine Auszeichnung, die im außerschulischen Bereich nicht sehr bekannt sein dürfte: das Delf-Zertifikat.

Beide Schülerinnen nahmen neben dem Französisch-Unterricht bei ihrer Lehrerin Gesine Harms an einer Arbeitsgemeinschaft teil. Sie lernten aber coronabedingt mit viel Eigeninitiative, um sich auf die Prüfung vorzubereiten. Sie kennen sich außerdem gut, weil sie gemeinsam in einer Gruppe Hip-Hop tanzen. Im August 2020 absolvierten beide die gestellten Aufgaben. Chiara mit elementarem Niveau in Stufe A1. Das bedeutet, ein Fragebogen zum Leseverstehen ist abzuarbeiten, das Hörverstehen wird mit kurzen Situationen aus dem Alltag geprüft und in einem Gespräch wird der mündliche Ausdruck bewertet. Franziska, geübter in Französisch und schon im Besitz von A1, errang Zertifikat B1.

Durch Corona kam es erst jetzt zur Vergabe der Diplome, die vor einigen Tagen übersandt wurden. Am Donnerstagmorgen hatten Schulleiterin Lisa Peitzmeier-Stoffregen und die Koordinatorin für die Oberstufe und Verantwortliche für Sprachen, Kristina Schiewe, die beiden Schülerinnen ins Gymnasium eingeladen. Den Vorgaben des Szenario C entsprechend nahm Franziska Soller per Video-Chat teil, was tadellos klappte. Chiara Brandt war persönlich anwesend, um das auf hellblauem Papier gedruckte Diplom entgegenzunehmen. Unterschrieben und gesiegelt ist es vom Ministère de l'Éducation nationale, dem französischen Kultusminister.

Gleich aufs Ganze ging Kristina Schiewe mit der Eröffnung des Gesprächs und unterhielt sich mit Franziska und Chiara auf Französisch. Nach dem freundlichen „Bonjour“ fragte sie erst einmal Franziska nach ihrer Motivation, sich dem weiteren Test zu stellen. Die berichtete, geschmeidig parlierend, dass ihr Vater und weitere Familienmitglieder in Paris leben, sie sich gut verständigen wolle und außerdem später beruflich gerne im Ausland arbeiten würde. Wobei ihr Fokus neben Englisch unbedingt auf Französisch liege. Sie hatte sich zur Vorbereitung das entsprechende Arbeitsbuch zur B1-Prüfung privat zugelegt. Später zeigte sie sich außerdem nicht abgeneigt, ab der elften Klasse möglicherweise auch noch Spanisch zu belegen. In diesem Fall steht aber derzeit noch nicht fest, ob dann Französisch abgewählt werden muss. In Kooperation mit dem Institut français Bremen legten beide Gymnasiastinnen ihre Prüfung in Syke ab. Gut eineinhalb Stunden ging es für Franziska da umfänglicher um Leseverstehen. Zudem musste sie einen Text analysieren, einen Brief verfassen und eine Meinung zu einem Artikel oder Ereignis äußern. Beide hatten keine Probleme bei der Verständigung. Chiara, die ihre Kenntnisse bei Reisen in Kanada und Paris bereits anwenden konnte, sieht ebenfalls nur Vorteile, sich neben Englisch auch auf Französisch verständigen zu können. Beruflich hat sie noch keine Vorstellungen.

Kristina Schiewe wies in diesem Zusammenhanghang auf den Wirtschaftspartner Nummer eins für Deutschland hin. Das sei Frankreich. Für duale Studiengänge gelte Französisch ebenfalls als gute Voraussetzung. „Der Fleiß der Beiden zum Erlangen dieses Diploms wird sich bei Vorlage auf jeden Fall als Türöffner in der Universität oder im beruflichen Bereich als Pluspunkt herausstellen“, ist Kristina Schiewe sich sicher. Neben der Übergabe der Zertifikate legte Schulleiterin Lisa Peitzmeier-Stroffregen als Zugabe von der Stiftung Naturschutz eine Tüte mit Wildblumensamen dazu. Frei nach dem Motto „Blüte aus der Tüte“. Lachend meinte sie: „Ich hoffe, Chiara und Franziska können mir dann im Sommer die französischen Namen der Blumen nennen.“

Quelle: https://www.weser-kurier.de/region/syker-kurier_artikel,-fleiss-als-tueroeffner-_arid,1961492.html