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Bruchhausen-Vilsen

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Die Magie ist wieder da - Autor und Illustrator begeistert bei Lesung junge Gymnasiasten

Arken - das stinklangweiligste Kaff der Welt: kein Internet, kein Handynetz, kein Einkaufszentrum. Ausgerechnet dorthin nahm Falk Holzapfel am Dienstag die fünften und sechsten Klassen des Gymnasiums Bruchhausen-Vilsen mit. „Vielleicht wart ihr da sogar schon mal, habt es aber vergessen, weil es so langweilig war“, begrüßte er die Schüler. Die amüsierten sich bei ihrem Besuch allerdings prächtig. Denn in die Welt, die der Illustrator und Autor entworfen hat, ist die Magie zurückgekehrt. Und Arken mag auf moderne Errungenschaften verzichten, aber dafür leben dort allerlei magische Wesen, die Spannendes erleben. Genau solche Geschichten habe er als 14-Jähriger geliebt, verrät der Autor den Schülern. Fantastische Abenteuer, in die man richtig abtauchen kann. Das tun auch die rund 40 Fünft- und Sechstklässler, die sich zur dritten Vorleserunde an diesem Tag im Forum des Schulzentrums versammelt haben. Zuvor waren bereits vier weitere Klassen an der Reihe. Gebannt lauschen sie, was der Autor und Illustrator über seine Buchtrilogie „Millenia Magika“ zu berichten hat und dem Kapitel über die Erlebnisse der jungen Hexe Jazz und dem Troll Juri in der „unmagischsten Stadt Deutschlands“. Eifrig stellen sie Fragen – zum Buch, aber auch zum Werdegang des Autors selbst. In der Schule habe er schon gern gezeichnet, verrät er ihnen. Dennoch habe er versucht, zunächst etwas „Vernünftiges“ zu werden. Ein Lehramtsstudium für Kunst, Deutsch und Sport sollte es richten. Doch das war nichts für ihn, bekennt er. Lieber wollte er zeichnen und bekam auch die Gelegenheit dazu. Erst für andere Autoren, dann schließlich für seine eigenen Geschichten. „Wie lange dauert das Schreiben eines Buches denn?“, möchte einer der Schüler wissen. Das sei eine gute Frage, so Holzapfel. Die Idee für „Millenia Magika“ habe er schließlich schon gehabt, als er selbst noch in die Schule ging. Damals habe er sich gefragt, was passiere, wenn mit dem Jahr 2000 die Magie wieder in die Welt zurückkehren würde. 20 Jahre später entstand aus dieser Idee der erste „Millenia-Magika“-Band. Fürs tatsächliche Schreiben habe er dann etwa ein Jahr gebraucht. Und die Zeichnungen? „Das kommt darauf an“, sagte er. Zu lange sollte man ohnehin nicht mit einer Zeichnung verbringen, verriet er den Schülern als einen seiner Tipps und Tricks zum Zeichnen. Während seine elaborierten Werke über den Beamer an die Wand geworfen werden, zeigt er sein Können auf einem Flipchart. Mit wenigen Strichen entsteht aus einfachen geometrischen Formen rasch ein Wolf. Jetzt noch ein bisschen „tricksen“ und voilà: Der Wolf guckt die Schüler an. „Zeichnen ist eigentlich nichts anderes, als die ganze Zeit tricksen“, verrät der Wahl-Wiener mit einem Augenzwinkern. Kann er dem Wolf denn auch eine Brille malen? Natürlich, da muss er nur wieder ein wenig tricksen. „Die waren ja gut gelaunt“, freute sich der Autor am Ende seines Vorlesevormittags. Nach zwei Jahren Corona-Pause seien diese Live-Veranstaltungen eine willkommene Abwechslung, bekennt er. Doch auch bei den Schülern sei die Lesung gut angekommen, berichtet Kerstin Mann. Gemeinsam mit Deutschlehrer Sebastian Sander leitet die pädagogische Mitarbeiterin die BooklookerAG am Gymnasium Bruchhausen-Vilsen. Aus den Reihen der Teilnehmer sei die Idee für die Lesung entstanden. Den Autor haben sich die Kinder aus dem Katalog der Büchereizentrale Niedersachsen selbst ausgesucht. Ihr Lohn: eine „lustige“ und „interessante“ Lesung, so das Urteil des Nachwuchses und Originalzeichnungen Holzapfels, die künftig die Wände in der Bücherei zieren werden. Seine Bücher finden sich dort natürlich auch.

Verfasser: Sarah Essing

Quelle: Weser Kurier

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