Beratungskonzept

(beschlossen am: 25.06.2012; Stand: September 2015)

Im Erlass „Einsatz und Weiterbildung von Beratungslehrern“ vom 8.4.2004 wird die Erstellung eines Beratungskonzepts der Schule vorgegeben, in dessen Rahmen nicht nur die Arbeit des Beratungslehrers, sondern auch die Aufgaben der anderen an der Beratung Beteiligten (in der Schule) beschrieben werden sollen. Das Beratungskonzept soll regelmäßig fortgeschrieben werden.

Grundsätzlich nehmen alle LehrerInnen des Gymnasiums Bruchhausen-Vilsen Beratungsaufgaben wahr, die von SchülerInnen bzw. Eltern an sie herangetragen werden bzw. deren Bedarf sich in schulischen und außerschulischen Situationen zeigt. Denn Beratung gehört neben Unterrichten und Erziehung zu den unverzichtbaren Grundaufgaben eines jeden Lehrers und einer jeden Lehrerin. Dafür möchten wir, dass SchülerInnen und Eltern auf ein leicht erreichbares Beratungssystem zurückgreifen können, um bei Problemen eine angemessene Lösung und auf Fragen eine zufriedenstellende Antwort zu finden. Im Verlauf der Schullaufbahn mit den unterschiedlichen Übergängen, bei Leistungseinbrüchen, bei möglichen Verhaltensauffälligkeiten, etc. können langfristige und auch kurzfristige Beratungen nötig sein. Telefongespräche, Einzeltermine, Elternsprechtage und Elternabend stehen dafür zur Verfügung. Gegebenenfalls findet auch eine Vermittlung an außerschulische Einrichtungen statt. SchülerInnen und Eltern können Tipps im schuleigenen Planer finden. Dieser ist für die Jahrgänge 5, 6 und 7 obligatorisch und kann von SchülerInnen anderer Jahrgänge freiwillig genutzt werden. Des Weiteren hängt ein Plakat mit Telefonnummern von außerschulischen Hilfsangeboten an vielen Stellen der Schule aus. Das vorliegende Beratungskonzept soll darüber hinaus Hinweise geben, an wen man sich in speziellen Situationen werden kann.

Personen mit Beratungsaufgaben

Fachlehrer

  • Beratung von SchülerInnen und deren Eltern im Rahmen von Erziehung und Unterricht eines Faches, z.B. bei Elternsprechtagen oder nach Vereinbarung

Klassenlehrer/Tutoren

  • individuelle Beratung von SchülerInnen sowie deren Eltern im Rahmen von Erziehung und Unterricht (z.B. Leistungsschwächen und Verhaltensauffälligkeiten)
  • Schullaufbahnberatung von SchülerInnen sowie deren Eltern (z.B. Versetzung, Abschlüsse, Schulwechsel, Auslandsaufenthalt)
  • Information der Fachlehrer über mögliche Ursachen von Verhaltensauffälligkeiten bzw. Leistungsschwächen
  • Beratung und Unterstützung der Schüler- und Elternvertreter
  • Zusammenarbeit mit der Beratungslehrkraft
  • Gespräche mit therapeutischen Einrichtungen

Schulleitung

  • Beratung von SchülerInnen und Eltern
  • Schüleraufnahme (z.B. Seiteneinsteiger, Inklusion)
  • Schullaufbahnberatung
  • Beratung der Kolleginnen und Kollegen hinsichtlich ihrer unterrichtlichen Tätigkeit
  • Beratung bei besonderen Aktivitäten von Kolleginnen und Kollegen wie z B. Schulveranstaltungen, Austauschprogrammen

Beratungslehrer – Herr Witt
Der Beratungslehrer ist Ansprechpartner für alle SchülerInnen, Eltern, und Lehrkräfte.

Grundsätze der Beratung:
- Einzelhilfe bei individuellen Lern-, Leistungs- und Verhaltensproblemen sowie bei sozialen Konflikten in der Schule
- Arbeit mit Schülergruppen und schulklassenbezogene Beratung
- Kontakt zu Jugendämtern, Beratungseinrichtungen, etc.
- Verschwiegenheit / Vertraulichkeit
- Beratung ist ein Angebot

• d.h. SchülerInnen, Lehrkräfte und Eltern können, müssen aber nicht das Angebot in Anspruch nehmen
• jedem steht es offen, Beratung abzulehnen

LehrerInnen oder Eltern wenden sich an den Beratungslehrer,
• wenn bei den Kindern Schwierigkeiten vorliegen, die bislang nicht bewältigt werden konnten
• sie sich über ein angemessenes Verhalten unsicher sind
• oder Hilfe und Unterstützung für zu treffende Entscheidungen suchen

SchülerInnen wenden sich an den Beratungslehrer von sich aus bei
• Konflikten mit MitschülerInnen
• Konflikten mit LehrerInnen
• familiären Konflikten
• persönlichen Problemen

SV-Beratungslehrerinnen – Frau Koch, Frau Pieper-Jankowsky

  • Beratung der Schülervertretung
  • Unterstützung bei der Konferenzarbeit
  • Begleitung der Wahlen der Schülervertretung

Personalrat
das sind: Herr Fröh, Herr Kötter, Frau Michalek, Frau Krupa und Herr Winkelmann

  • Beratung der Kollegen

Berufs- und Studienberatung – Frau Döhl, Frau Sobotta

  • Berufs- und Studienberatung

Jahrgangsübergreifende Beratungsanlässe und die jeweilige(n) Zuständigkeit(en)

Erziehungsschwierigkeiten, Verhaltensauffälligkeiten, Lernschwierigkeiten, Konflikte in der Schule

  • Klassenlehrer
  • Fachlehrer
  • Beratungslehrer (Herr Witt)
  • Sozialpädagogin

Beratung für Schulwechsler

  • Schulleitung (5/6 Frau Peitzmeier, 7/8/9/10 Frau Döhl, 11 Herr Ockenfels)

Sucht und Suchtprävention

  • Beratungslehrer (Herr Witt)
  • Präventionsbeauftragte (Frau Stotz-Battram)
  • Release e.V. Fachstelle für Sucht und Suchtprävention (04252/1541)

Essstörungen

  • Beratungslehrer (Herr Witt)
  • Präventionsbeauftragte (Frau Stotz-Battram)
  • Verein zur Begleitung von jungen Menschen mit Essstörungen „change my way e.V.“
    I. Kathmann 04243/95263
    D. Heyken: 0152/03208684

Gewalt

  • Schulleitung
  • Sicherheitsbeauftragter (Herr Heymann)
  • Präventionsbeauftragte (Frau Stotz-Battram)
  • Polizei Bruchhausen-Vilsen (04252/938510)
  • Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern
    (04242/9762700)
  • Präventionsteam der Polizei (05441/9710)

Berufs- und Studienberatung

  • Frau Döhl
  • Frau Schreiber
  • Berufsberatung Agentur für Arbeit (0800/4555500)
  • Razz Fazz Jugendberufshilfe (05441/545455)
  • Berufsinformationszentrum BIZ (0421/1782601)

Integrationshilfe bei Migrationshintergrund

  • Pro Asyl (04242/6126)

Deutsch als Fremdsprache

  • Schulleitung

Konflikte zwischen Schülern

  • Beratungslehrer (Herr Witt)
  • Schülerpaten (5. und 6. Klasse)
  • Streitschlichter (5. und 6. Klasse)

LRS

  • Deutschlehrer
  • Herr Heymann, Frau Büscher
  • im Augenblick befinden wir uns in der Testphase einer individuellen LRS-Diagnostik und Förderung in den 5. und 6. Klassen (Material: Münsteraner Lernserver)

Begabung
Die Schule bietet unterschiedliche Angebote zur Förderung bei Hochbegabung.
Ansprechpartner sind:

  • Schulleitung
  • Klassenlehrer
  • Fachlehrer
  • Frau Heuer (Naturwissenschaften)
  • Herr Niemann (Gesellschaftswissenschaften)
  • Frau Stotz-Battram (Sprachen)

Überspringen von Klassen

  • Klassenlehrer
  • Fachlehrer

Förderbedarf bei Leistungsproblemen und Konzentrationsauffälligkeiten

  • Klassenlehrer
  • Fachlehrer

Jahrgangsspezifische Beratungsanlässe und die jeweilige(n) Zuständigkeit(en)

Klasse 5

  • Schullaufbahn – Frau Peitzmeier, Herr Heymann, Klassenlehrer, Fachlehrer
  • zweite Fremdsprache – Fachlehrer

Klasse 6

  • Schullaufbahn – Frau Peitzmeier, Herr Heymann, Klassenlehrer, Fachlehrer

Klasse 7, 8, 9

  • Schullaufbahn – Frau Döhl, Klassenlehrer, Fachlehrer
  • Betriebspraktikum – Frau Döhl, Fachlehrer
  • Kurswahl Einführungsphase – Frau Döhl, Klassenlehrer, Fachlehrer

Klasse 10

  • Schullaufbahn – Frau Döhl, Klassenlehrer, Fachlehrer
  • Kurswahl Qualifikationsphase – Herr Ockenfels, Klassenlehrer, Fachlehrer

Klassenstufe 11 & 12

  • Schullaufbahn – Herr Ockenfels, Tutor, Fachlehrer
  • Kurswechsel – Herr Heinrichs, Herr Ockenfels

S. Fuhse

Vorschläge für eine möglichst konfliktfreie Beratungssituation

Schulz von Thun weist mit seinem Kommunikationsquadrat darauf hin, dass die Kommunikation zwischen Sender und Empfänger mehr Informationen enthält als auf den ersten Blick zu erkennen. So findet neben dem reinen Informieren auf der Sachebene auch häufig eine Selbstoffenbarung statt, bei der es entweder zu einer Selbstdarstellung oder einer unfreiwilligen Selbstenthüllung kommt. Außerdem wird in der Kommunikation bewusst oder unbewusst etwas über die Beziehung zwischen Sender und Empfänger ausgedrückt. Der Sender vermittelt unterschwellig, was er von seinem Gegenüber hält und wie er zu ihm steht. Gleichzeitig kann eine Aussage eine Appellfunktion beinhalten, die besagt, was ich bei meinem Gegenüber bewirken will. Der Empfänger wiederum entschlüsselt die gesendete Aussage und kann diese auf diesen vier unterschiedlichen Ebenen wahrnehmen. Dabei kann es nicht nur zu Missverständnissen, sondern auch zu unangenehmen Gefühlen führen. Dies kann besonders in Beratungssituationen zu Problemen führen, da Sender und Empfänger womöglich angespannt sind.
Deshalb werden im Folgenden Vorschläge für eine möglichst konfliktfreie Beratungssituation vorgestellt:

I Verhaltenseigenschaften, die Berater und zu Beratender versuchen sollten, vor und während dem Gespräch an den Tag zu legen:
- Offenheit
- echtes Interesse
- Akzeptanz
- Wertschätzung
- Vertrauen
- Selbstkongruenz – Echtheit im Verhalten
- einfühlendes Verstehen (Empathie)
- Bereitschaft

II exemplarische Gesprächstechniken
- offene Impulse geben, die dazu ermuntern, mehr zu erzählen
- Gefühlslage des anderen erkennen und ansprechen
- konkrete Fragestellungen
- Paraphrasieren („Sie denken als…“ „Meinen Sie…“)
- Körpersprache: Kopfnicken; zugewandter freundlicher Blick; dem Gegenüber den Körper zuneigen; „Aha“; „Genau“)
- Ich-Botschaften formulieren
- Übereinstimmung herstellen
- Ressourcen des Betroffenen entdecken anstatt nach Defiziten zu suchen

III Zielvereinbarungen
- realistische Zielvereinbarungen treffen
- überschaubare kleine Handlungsschritte vereinbaren
- Zeit und Art der Überprüfung festlegen