Darstellendes Spiel

Selbstverständnis des Faches

Das Schulfach Darstellendes Spiel stellt im Schulleben einen besonderen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler dar. Im Spiel werden nicht nur körperliche und sprachliche Ausdrucksfähigkeiten trainiert, sondern auch emotional geprägte Momente erlebt. Spontaneität, Kreativität und Freude daran, sich selbst darzustellen stehen dabei im Vordergrund. Eigene Lebens- bzw. Alltagserfahrungen und Verhaltensmuster werden spielerisch einbezogen und übertragen. Im Unterricht wird damit das eigene Handeln beobachtet, intensiv wahrgenommen, umgesetzt und reflektiert, sodass die Schülerinnen und Schüler damit ihre eigene Persönlichkeit weiterentwickeln.
Dadurch, dass das Theaterspielen vor allem als Teamarbeit erfahren wird, entwickeln die Schülerinnen und Schüler Sicherheit im sozialen Handeln. Es geht darum, sich als Teil eines Ganzen zu verstehen und gemeinsam mit anderen Spielfreude zu entwickeln.
Das Schulfach Darstellendes Spiel bietet darüber hinaus ein hohes Maß an Mitgestaltung der Unterrichtsinhalte, da die Schülerinnen und Schüler weitgehend eigene Ideen kreativ umsetzen können.

Inhaltliche Zielsetzung

Als Darsteller lernen die Schülerinnen und Schüler den eigenen Körper als Gestaltungsinstrument kennen und erwerben die Fähigkeit sich auf unterschiedlichste Weise verbal und nonverbal auszudrücken. Während der Arbeit im Ensemble lernen die Schülerinnen und Schüler sich mit ihren individuellen Fähigkeiten als Teil einer Gesamtwirkung zu erleben. Bei der Ensemblearbeit geht es vor allem darum, Vertrauen zu schaffen und eine verbale sowie nonverbale Kommunikation innerhalb der Gruppe zu ermöglichen.
Im Gestaltungsfeld Raum und Bild lernen die Schülerinnen und Schüler die Gestaltungs- möglichkeiten außerhalb des Bereichs der körperlichen Darstellung kennen. Hierbei geht es um unterschiedliche Bühnenräume, Bühnenformen und Bühnenbilder, aber auch um Ausdrucksmöglichkeiten durch Requisiten, Kostüme und Schminke.
Zeitgefühl zu entwickeln, gespielte Zeit von Spielzeit zu unterscheiden, Rhythmusgefühl zu entwickeln, gezielt Ruhe und Dynamik einzusetzen, das sind Themen des Gestaltungsfeldes der Zeit. Auch die dramaturgische Funktion von Geräusch, Klang und Musik wird als Gestaltungsmittel kennen gelernt und angewendet. Vor allem in der Projektarbeit fügen die Schülerinnen und Schüler die unterschiedlichen Gestaltungsmittel zu einer Gesamtkomposition zusammen.
Die Präsentation einzelner spielpraktischer Aufgaben und kleine Aufführungen ergänzen den Unterricht, sodass die Schülerinnen und Schüler ihre Spielpraxis vor einem Publikum erleben und trainieren können.
Der Schwerpunkt des Faches liegt im Bereich der Praxis, wobei alle fachpraktischen Arbeitsphasen regelmäßig durch theoretische Grundlagen ergänzt werden.
Aufgrund der Vielfältigkeit der Themenauswahl kann das Fach Darstellendes Spiel mit vielen anderen Fächern kombiniert werden. Fächerübergreifende Unterrichtsvorhaben beispielsweise mit Religion, Geschichte oder Politik scheinen inhaltlich sinnvoll. Da das Drama im Deutschunterricht einen großen Raum einnimmt, bietet sich eine Zusammenarbeit an. Auch eine fremdsprachliche Zusammenarbeit ist denkbar und mit allen Sprachen möglich. Gestalterisch kann gerade im Bereich einer Aufführung eine Zusammenarbeit mit den Fächern Kunst und Musik erfolgen.

Methodische Ausrichtung

Fachspezifische Kompetenzen
Vor allem in den theoretischen Einheiten, die eng mit der Praxis verbunden sind, erwerben die Schülerinnen und Schüler Inszenierungswissen, lernen die Darstellungsformen medialer Kommunikation kennen und zu beurteilen und erwerben so Medienkompetenz. In kaum einem anderen Fach erleben die Schülerinnen und Schüler das gezielt gruppenorientierte Arbeiten so stark wie im Fach Darstellendes Spiel. Das Erleben der eigenen Persönlichkeit im Zusammenspiel mit anderen Gruppenmitgliedern vor und hinter den Kulissen fördert im hohen Maß die soziale Kompetenz.

Allgemeine Kompetenzen
Durch die Auseinandersetzung mit Sprache erweitern die Schülerinnen und Schüler darüber hinaus ihre sprachliche Kompetenz. So werden literarische Texte bearbeitet und untersucht, aber auch eigene Texte entwickelt, wobei das Sprechen selbst einen breiten Raum einnimmt. Es werden Artikulation und Modulation trainiert und die Schülerinnen und Schüler lernen die unterschiedlichen Möglichkeiten der Betonung von Sprache kennen.

Unterrichtsergänzende und außerschulische Aktivitäten

- Öffentliche Aufführung kleiner Szenen oder auch längerer Bühnenstücke als
Abschluss der Kursarbeit.
- Theaterbesuche als Ergänzung zum Unterricht
- Seminare und Workshops als Projektarbeit außerhalb der Schulzeit, um
beispielsweise ein konzentriertes Proben vor einer Aufführung zu ermöglichen