Fachbereich Biologie

Selbstverständnis des Faches

Die Biologie als die Wissenschaft vom Lebendigen soll den Schülerinnen und Schülern im Laufe ihrer Schullaufbahn einen Überblick über das Phänomen Leben in seinen verschiedenen Facetten geben. Durch den Anteil humanbiologischer Themen bietet das Fach den Lernenden naturgemäß Einblicke in das eigene Ich.

Inhaltliche Zielsetzung

Der rote Faden der modernen Biologie ist der Evolutionsgedanke. Die Frage nach dem „Woher“ lässt sich mit den heutigen Mitteln der Forschung immer besser ergründen, wird aber sicherlich noch manche Überraschung bringen. Der Biologieunterricht kommt an passender Stelle immer wieder auf diesen Leitgedanken zurück um den aktuellen Zustand abzubilden, ihn jedoch auch in einen geschichtlichen Kontext zu stellen. Jedes Lebewesen, so auch der Mensch, ist in sich schon ein vielfältiges Untersuchungsfeld. Dem tragen die zahlreichen humanbiologischen Themen der Mittelstufe Rechnung. Es wird ein Einblick in die Funktionsweisen unseres Körpers vermittelt. Die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Themen Ernährung, Bewegung, Sexualität und dem Umgang mit Drogen und anderen Suchtmitteln geschieht auch im Sinne der Entwicklung eines Bewusstseins für eine den Körper gesund erhaltende Lebensweise. Erkenntnisse werden aber auch anhand von Krankheitsverläufen und der Möglichkeit ihrer Abwehr, Verhütung oder Heilung dargestellt. Die Auseinandersetzung mit ökologischen Fragestellungen soll grundlegende Kenntnisse zum Verständnis der Pflanzen, der Tiere und des Menschen sowohl als Individuen als auch als Teil von Ökosystemen vermitteln und eine Verantwortlichkeit gegenüber der Natur als Lebensgrundlage entwickeln.
Altersgemäß gestaffelt erkunden die Jahrgangsstufen 5 und 6 ihre nähere Umgebung: Haus- und Nutztiere, der menschliche Bewegungsapparat und Keimungsexperimente mit Nutzpflanzen sein hier als Beispiele genannt. In den Jahrgangsstufen 7 und 8 beginnt die Erkundung des äußerlich nicht Sichtbaren: Zellaufbau aller Lebewesen, zentrale Stoffwechselvorgänge, Sinnesorgane und ihre Bedeutung für die Wahrnehmung, das Denken und die Kommunikation. Die Jahrgangsstufen 9 und 10 setzen diese Folge mit der Untersuchung zellbiologischer molekularbiologischer Zusammenhänge fort. Immunbiologie, Enzymatik und Genetik bilden in diesem Zeitraum wesentliche Schwerpunkte. In dieser Phase findet die Ausrichtung auf die Oberstufe statt.

Methodische Ausrichtung

Die Biologie bietet eine ganze Palette fachspezifischer Methoden neben der auch hier selbstverständlichen Arbeit mit Texten und visuellen Medien. Die Beobachtung ist eine Grundtechnik der Naturwissenschaften. Sie erfolgt sowohl mit dem bloßen Auge, als auch mit Hilfe von technischen Hilfsmitteln wie Stereolupe und Mikroskop. Beobachtungen in der freien Natur oder im Klassenraum erfolgen. Sie sind immer in einen Kontext eingebunden und dieser muss wie das Ergebnis der Beobachtung klar formuliert werden. Dazu dient das Protokoll, dessen Erstellung ein wesentlicher Punkt im naturwissenschaftlichen Unterricht darstellt. Auch die Planung, Durchführung und Auswertung von Experimenten mündet in eine geeignete Dokumentation. Da der Einsatz von lebenden Organismen oft nur begrenzt möglich ist, werden für viele Fragestellungen Modelle eingesetzt. Zentrales Anliegen ist ebenfalls die Vermittlung der Fachsprache: angefangen bei der Benennung von Organismen, über die Strukturen der Zelle bis hin zu den experimentellen Vorgehensweisen.

Unterrichtsergänzende und außerschulische Aktivitäten

Außerschulisches Lernen findet statt, wenn Unterrichtsgegenstände nicht in die Schule gebracht werden können. Zur Bearbeitung ökologischer Fragestellungen werden schulnahe Lebensräume untersucht. So wird in Jahrgang 8 eine Gewässeranalyse an einem heimischen Gewässer durchgeführt. In der Oberstufe werden ganztägige Experimentiertage in Schülerlaboren angeboten. Dies gilt besonders für molekularbiologische Arbeitsweisen, die eine apparative Ausstattung erfordern die über die in unserer Schule vorhandenen Möglichkeiten hinausgehen. Diese Exkursion bietet außerdem einen Einblick in einen Hochschulstandort.