Jugend forscht!

Die AG “Jugend forscht!” trifft sich wöchentlich am Montag in den Stunden 7 und 8.

Über den letzten Wettbewerb berichtete die Kreiszeitung fogendes:

Schüler ermitteln gegen Tintenkiller- „Ju­gend forscht“-AG prä­sen­tiert Er­geb­nisse in Han­no­ver / Meh­rere Podiumsplätze

(Br.-Vilsen — Von Aenne Tem­plin) Wie funk­tio­niert ei­gent­lich ein Tin­ten­kil­ler? Un­ter wel­chen Be­din­gun­gen wach­sen Pflan­zen am bes­ten? Und mö­gen die Men­schen lie­ber Bio-Tomaten oder fa­vo­ri­sie­ren sie kon­ven­tio­nell her­ge­stell­tes Ge­müse? Die­sen Fra­gen gin­gen die Schü­ler des Gym­na­si­ums und der Grund­schule in Bruchhausen-Vilsen auf den Grund. Mit Er­folg: Je­weils eine Gruppe der „Ju­gend forscht“-AG er­reichte im re­gio­na­len Nachwuchs-Wettbewerb „Schü­ler ex­pe­ri­men­tie­ren“ in der Ka­te­go­rie Che­mie und Bio­lo­gie den drit­ten Platz. Der zehn­jäh­rige Ole Ste­ge­meier kam im Be­reich Phy­sik so­gar auf den zwei­ten Platz.
Janne (links) und Vivien untersuchten die Wasserspest und gelangten damit auf den dritten Platz in der Kategorie Biologie.

Die Mäd­chen und Jun­gen for­schen seit Be­ginn des Schul­jahrs je­den Mon­tag an ih­ren Ideen. „Viele sind gleich mit Vor­schlä­gen zu uns ge­kom­men“, sagt Che­mie­leh­re­rin San­dra Heuer. Sie un­ter­stützt die Kin­der und Ju­gend­li­chen bei der Um­set­zung. „Mit ge­fähr­li­chen Che­mi­ka­lien dür­fen un­sere Schü­ler nicht ar­bei­ten. Die Frage nach der Zu­sam­men­set­zung von Spreng­stoff war also gleich aus dem Rennen.“

Ihre Forschungs-Ergebnisse prä­sen­tier­ten die acht Grup­pen ei­ner Jury und der Öffent­lich­keit bei der Stif­tung „Ju­gend forscht“ in Han­no­ver – weil die Schü­ler noch zu jung sind, tra­ten sie im Nachwuchs-Wettbewerb „Schü­ler ex­pe­ri­men­tie­ren“ an. Ins­ge­samt stell­ten 60 Grup­pen aus der Schul­re­gion Han­no­ver ihre Er­geb­nisse vor.

Der zehn­jäh­rige Diego wusste gleich sein For­schungs­ob­jekt: To­ma­ten. „Ich habe in der Zeit­schrift ,Spie­gel‘ ei­nen Ar­ti­kel über kon­ven­tio­nell her­ge­stellte Le­bens­mit­tel ge­le­sen und wollte aus­tes­ten, ob die ge­nauso schme­cken, wie un­sere Bio-Tomaten“, sagt der Gym­na­si­ast. Das Ge­müse holte er aus sei­nem Gar­ten und dem Su­per­markt und ließ seine Mit­schü­ler pro­bie­ren: „70 Pro­zent von ih­nen hät­ten lie­ber die kon­ven­tio­nell her­ge­stellte ge­kauft“, sagt er. Für das Er­geb­nis hat er auch gleich eine Er­klä­rung pa­rat: „Die sind den Ge­schmack von Bio-Tomaten ein­fach nicht gewöhnt.“
Der zehn­jäh­rige Ole über­prüfte mit sei­nem Ex­pe­ri­ment die An­zie­hungs­kraft der Erde, in­dem er ver­schie­dene Ge­gen­stände vom Tisch auf den Bo­den fal­len ließ. „Ich habe un­ter­sucht, ob die Form der Dinge und de­ren Masse den Sturz be­ein­flus­sen. Und ob sie dann schnel­ler oder lang­sa­mer nach un­ten fal­len.“ Wie er auf die Idee ge­kom­men ist? „Brain­stor­ming!“, ant­wor­tet er ganz läs­sig. Ole hat die Jury mit sei­nem Ex­pe­ri­ment über­zeugt – er machte den zwei­ten Platz im Be­reich Phy­sik. War es auf­re­gend vor ei­ner Jury zu spre­chen? „Nö, ei­gent­lich nicht. Die ha­ben mir ein paar Fra­gen ge­stellt, und das war es auch schon.“ Etwa 30 Mi­nu­ten dau­erte ein Gespräch.

Die Schü­le­rin­nen Janne und Vi­vien un­ter­such­ten da­ge­gen et­was Le­ben­des: die Was­ser­pest. Die grüne Was­ser­pflanze leg­ten sie zu For­schungs­zwe­cken in Cola, Öl und Salz­was­ser. „Dann ha­ben wir die Ge­fäße in die Dun­kel­heit, ins Kalte und un­ter eine Lampe ge­stellt“, er­klärt Vi­vien. „Wir woll­ten gu­cken, un­ter wel­chen Be­din­gun­gen die Pflanze am bes­ten wächst.“ Und die zwei wa­ren vom Er­geb­nis über­rascht: „Im Kühl­schrank wach­sen sie am bes­ten“, sagt Janne. Die bei­den er­reich­ten Platz drei im Be­reich Biologie.

Der neun­jäh­rige Max kam auf die Idee, sei­nen Tin­ten­kil­ler un­ter die Lupe zu neh­men. Er un­ter­suchte die Che­mi­ka­lien in dem Schü­leru­ten­sil. „Die Jury war von sei­nem Ex­pe­ri­ment be­geis­tert, weil es eine Frage aus dem Schul­all­tag ist“, sagt seine Leh­re­rin San­dra Heuer. „Au­ßer­dem hat er seine For­schun­gen noch er­wei­tert und her­aus­ge­fun­den, dass ein Tin­ten­kil­ler auch Rote-Beete-Saft löscht.“ Max er­reichte mit sei­nen For­schun­gen den drit­ten Platz in der Ka­te­go­rie Chemie.

Schul­lei­ter Rein­hard Hein­richs freut sich über das gute Ab­schnei­den sei­ner Schü­ler: „Das Pro­jekt un­ter­stützt die Hoch­be­gab­ten­för­de­rung, und beide Schu­len wach­sen mit die­ser AG zu ei­ner Ein­heit zu­sam­men. Und bei der star­ken Kon­kur­renz aus Han­no­ver ha­ben wir sehr gut ab­ge­schnit­ten.“ Das Gym­na­sium Bruchhausen-Vilsen pflege eine Wett­be­werbskul­tur mit an­de­ren Schu­len, sagt der Schulleiter.

Janne (links) und Vi­vien un­ter­such­ten die Was­ser­spest und ge­lang­ten da­mit auf den drit­ten Platz in der Ka­te­go­rie Biologie.