Tag der offenen Tür im Kinderhospiz Löwenherz 2012

Am 20. Juni 2012 war im Kinderhospiz Löwenherz in Syke, Niedersachsen, der Tag der offenen Tür. Die Idee der Errichtung eines Kinderhospizes stammte von der ambulanten Krankenschwester Gaby Letzing. Diese habe die Idee aus England. Dort gibt es schon seit über 70 Jahren in Oxford das Helen-House. In diesem Haus wurden unheilbar kranke Kinder zusammen mit ihrer Familie für eine begrenzte Zeit aufgenommen. Nachdem Gaby Letzing durch ihren Beruf täglich Familien sah, die unter der Last der Pflege ihrer schwerstkranken und sterbenden Kindern litten, entschloss sie sich für den Bau eines Kinderhospizes in Deutschland. Das Kinderhospiz Löwenherz wurde im September 2003 in Syke eröffnet.
Im Hospiz wird eine Entlastung für die Kinder und ihre Familie angeboten. Außerdem unterstützen sie die Familie beim Abschiednehmen von ihrem Kind.
Das Erscheinungsbild des Hospizes ist im ersten Moment überwältigend. Man rechnet nicht damit, dass es sehr freundlich und einladend gestaltet ist (siehe rechts). Wer das Gebäude von außen betrachtet, rechnet nicht damit, dass hinter den „Mauern“ Kinder leben, von denen manche nicht mehr lange leben werden.
Wenn man den Eingangsbereich betritt, sieht man an der Decke die Schmetterlinge hängen (siehe links). Diese Schmetterlinge haben die Eltern der Kinder gebastelt. Jedes Kind hat seinen eigenen Schmetterling. Es ist eine sehr schöne und freundliche Atmosphäre, wenn man den Eingang betritt. Wenn ein Kind stirbt, wird der Schmetterling an einem Ballon in die Luft gelassen (siehe unteres Bild rechts). Er ist dann frei.
Außerdem wird dann eine Art Zeremonie vollzogen, bei der die Familie und die Betreuer dabei sind, um sich an die Zeiten mit dem verstorbenen Kind zu erinnern. Doch es gibt nicht nur traurige Veranstaltungen im Kinderhospiz. Die Betreuer im Hospiz versuchen so gut wie es nur geht alle Wünsche der Kinder zu erfüllen. Sie gehen mit ihnen Reiten oder feiern ihre Geburtstage. Es gibt sogar Ausflüge ins Universum in Bremen.

Insgesamt kümmern sich in etwa 60 Menschen um das Hospiz. 35 davon sind Pfleger und Betreuer. Die anderen kümmern sich um die Küche, den Garten oder die weiteren Arbeiten die im Hospiz tagtäglich anfallen. Das Konzept des Hospizes ist gut durchdacht und auch gut ausgeführt. Jeder Raum wurde in einer anderen Farbe gestrichen und verdeutlicht somit eine eigene Wirkung. Außerdem hat jeder Raum seinen eigenen und speziellen Sinn. Ob es darum geht die Sinne der Kinder zum Beispiel im Snoezelnraum zu stärken oder einen eigenen Raum dafür zu schaffen, dass die Familie sich von ihrem verstorbenen Kind verabschieden kann. Im Hospiz dreht es sich dennoch nicht nur um die kranken Kinder, sondern auch um die Eltern und die Geschwister. Den Eltern wird durch das Hospiz etwas Zeit für sich gegeben, da der Alltag mit einem unheilbarkranken Kind nicht immer leicht ist. Außerdem werden die Geschwister, die in so einem Alltag oft zu kurz kommen beschäftigt, sodass sie auch mal an erster Stelle stehen.

Im Ganzen kann man sagen, dass der Bau des Hospizes und die Erweiterung durch ein Jugendhospiz, was derzeit noch im Bau ist, eine gute Idee ist, da dadurch nicht nur die Eltern unterstützt werden, sondern auch die Kinder auf ihre ganz eigene Art gefördert werden. Und es ist sehr erstaunlich was allein durch Spenden erreicht werden konnte.

Von: Angela , Ivan, Julia , Marie , Nicole

Besuch im Kinderhospiz Löwenherz 2012

Am Mittwoch den 20.06.2012 besuchten wir das Kinderhospiz Löwenherz in Syke, wo ein Besichtigungsnachmittag stattfand. Zuvor hatten wir das Thema Tod und Sterben im Fach Werte und Normen behandelt und in diesem Rahmen unter anderem über die Hospizbewegung und auch über das Kinderhospiz gesprochen. Außerdem besuchte uns bereits Jens Hannekum, der zum Pflegeteam gehört. Er erzählte uns einiges über das Hospiz und seine Arbeit mit den Kindern.

Das Kinderhospiz Löwenherz liegt am Stadtrand von Syke im Grünen und soll ein Ort für schwer kranke Kinder und deren Familien sein, an dem sie entspannen und neue Kraft für den Alltag sammeln können. Hierfür stehen 8 freundliche und helle Pflegezimmer, jeweils ein Bereich für die dazugehörige Familie und ein großzügiger Garten mit jeder Menge Möglichkeiten zum Toben und zum Spielen zur Verfügung. Dieser Bereich war für uns nicht zugänglich, da die Familien anwesend waren. Als erstes besichtigten wir den Eingangsbereich, in dem uns sofort die aufwendig gebastelten Schmetterlinge an der Decke auffielen, die jede Familie bei Ankunft des Kindes herstellt und die nach dem Tod des Kindes in den Himmel fliegen gelassen werden. Außerdem war ein Raum mit großem Whirlpool zugänglich sowie der Snoezelenraum, in dem die Sinne der Kinder durch beispielsweise beleuchtete Wasserseulen und leise Entspannungsmusik angeregt werden sollen. In einem der Aufenthaltsräume konnte man sich zwei Kurzfilme über das Hospiz ansehen und in einem anderen war es möglich Kaffee und Kuchen zu kaufen. Im ganzen Hospiz standen Mitarbeiter und Pfleger zur Verfügung, die auftretende Fragen gerne und ausführlich beantwortet haben. Auch das Maskottchen des Kinderhospizes, ein Löwe, war dort und sorgte für gute Laune. Wir haben durch den Besuch noch weitere Informationen erhalten und haben alle einen eigenen Eindruck gewonnen. Neben dem Gebäude des Kinderhospizes starten bereits die Bauarbeiten für ein geplantes Jugendhospiz.

Von Alina, Tabea, Lara, Eva, Valerie, Santiago und Martin